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Warum du nur BIO essen solltest!

Du hast bisher geglaubt, es ist egal, ob Gemüse aus biologischem oder konventionellem Landbau stammt? Wenn du diesen Text bis zum Ende liest, wirst du verstehen, dass BIO nicht nur das Weglassen von Gift ist. Ich erkläre dir, was in der konventionellen Landwirtschaft passiert und wie sich das auf die Gesundheit der Pflanzen und deren Esser auswirkt.

Dazu muss ich aber ein bisschen ausholen. Und zwar bis zum Chemieunterricht in der Unterstufe.
Kannst du dich noch erinnern, als uns Lehrer das Periodensystem einzutrichtern versucht haben? Um ehrlich zu sein, mich hat es immer schon fasziniert – denn im Prinzip sind die derzeit 118 bekannten Elemente so etwas wie Legosteine. Legosteine, aus denen alles gebaut werden kann.

Wäre der Mensch ein Lego-Bauwerk, sähe man da hauptsächlich 4 Farben.

Unser Körper besteht nämlich zum Hauptteil aus aus 4 Legosteinen (Elementen): Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff.

Die gewichtsmäßige Zusammensetzung sieht in etwa so aus:
• O – Sauerstoff 76%
• C – Kohlenstoff 16%
• N – Stickstoff 3%
• H – Wasserstoff 1%

Diese 4 Elemente machen also 96% des menschlichen Körpers aus!

Was ist mit den restlichen 4%?

Die sieben Hauptmineralien in unserem Körper sind Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium, Natrium, Chlor und Schwefel. An die 60 weitere Mineralien benötigen wir hingegen in sehr kleiner Menge, weshalb sie auch als Spurenelemente bezeichnet werden.

Obwohl wir nur zu 4% aus Mineralien bestehen, sind sie dennoch so lebensnotwendig für uns. Ohne Mineralstoffe könnten keine neuen Zellen gebildet werden. Es wäre uns nicht möglich unsere Nahrung zu verdauen und die Nährstoffe würden nicht in die Zellen transportiert werden. Der Informationsaustausch wäre blockiert, und unsere Energiegewinnung und das gesamte Immunsystem wären lahm gelegt. Mineralstoffe sind für den Körper unentbehrlich und sind nicht untereinander austauschbar! Um das Wunderwerk aus 70 Billionen Körperzellen am Laufen zu halten, müssen mit der Nahrung ständig Mineralien zugeführt werden. Fehlt uns nur ein einziges dieser lebensnotwendigen Spurenelemente, kann dies zu Mangelerscheinungen und sogar zum Tod führen.

NPK

Sicher hast du schon von der Nitratbelastung des Wassers in Gebieten intensiver Landwirtschaft gehört. Warum wird eigentlich gedüngt? Und womit? Welche Auswirkungen hat das auf die Pflanzen? Auf die Umwelt? Und auf uns?

Mit den drei Grundmineralien Stickstoff (Nitrat), Phosphor und Kalium wachsen Obst und Gemüse wie verrückt. Die Bauern müssen nur NPK-Dünger in die Erde schütten und der Mais steht in kürzester Zeit zwei Meter hoch. Sogar ausgelaugte und minderwertige Böden kann man so für den Ackerbau verwenden. Der Handel mit dem NPK ist ein sehr einträgliches Geschäft. Doch was ist mit den 60 weiteren Mineralien, die den Pflanzen über Jahrmillionen ihre Widerstandskraft verliehen haben? Noch schlimmer: nicht nur dass es den Böden an den wertvollen Spurenelementen mangelt, so schafft es Nitrat im Boden sich mit dem wenigen Selen, das noch vorhanden ist, zu verbinden, sodass dieses wichtige Spurenelement von den Pflanzen nicht mehr aufgenommen werden kann.

Eine Pflanze, die mit NPK Dünger zwangsernährt wurde, wächst schnell. Aber das geht auf Kosten ihrer Gesundheit und ihrer Widerstandskraft. Solche – von außen prächtig aussehende Pflanzen – sind ein gefundenes Fressen für Insekten, Bakterien, Pilze und Viren.

„Schädlinge“ übernehmen in der Natur eine wichtige Rolle: Sie sortieren die kranken und anfälligen Pflanzen aus. Sie verwandeln sich dann in Dünger für andere vitalere Pflanzen, welche dann noch stärker werden können. Mit dem Wegfall dieser natürlichen Auslese, kommen die schwachen Pflanzen nun auf unseren Tisch und in unsere Mägen!

Pflanzen schützen sich mit sekundären Pflanzenstoffen vor Krankheitserregern. Das ist der Grund, weshalb sekundäre Pflanzenstoffe auch für uns so gesund sind. Sie stärken uns, indem sie z.B. vor Freien Radikalen schützen, ein lebensnotweniger Prozess, der der Entartung von Zellen entgegenhält.

Eine Pflanze, der es an Vitaliät aufgrund von zu wenigen Mineralstoffen mangelt, kann nicht genug eigene Abwehrkräfte entwickeln. Daher sind solche Pflanzen ein gefundenes Fressen für Insekten, Viren, Bakterien und Pilze. Daher kommen in der konventionellen Landwirtschaft Herbizide, Pestizide und Fungizide zum Großeinsatz. Künstliche Pestizide bewirken, dass die Pflanzen noch weniger ihrer Abwehrsubstanzen bilden.

Aber auch die Mikroorganismen, die in der Erde leben, werden durch künstliche „Pflanzenschutzmittel“ abgetötet. Diese Kleinstlebewesen im Boden helfen, grobkörnige Mineralien aufzubrechen, sodass sie für die Pflanzen erst verfügbar werden. Ohne die Vorarbeit der winzigen Helfer können die wertvollen Nährstoffe von der Pflanze nicht gar aufgenommen werden. Zusätzlich belüften sie auch den Boden und wirken so gegen Übersäuerung bei.

Die wertvollen Bodenmikroorganismen können auch den Stickstoff aus der Luft binden, der dann für die Pflanzen optimal verwertbar ist. Mit dem Absterben der Mikroorganismen wurden unsere Böden noch unfruchtbarer.

Durch den Anbau oder Kauf von Bioprodukten kannst du dieser Bodenzerstörung entgegenwirken. Und du versorgst deinen Körper mit wesentlich mehr Mineralien, Vitaminen, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen als bei Obst und Gemüse aus konventioneller Landwirtschaft.

Michaela Tatai
flamingo13@kabsi.at